Kolle – Kollektiv Leben Frankfurt am Main – mit schneideroelsen

KOL

Programm Gemeinschaftliches Wohnen
Status — Fertigstellung 2025
Fläche — 3.370m² BGF

 

Kolle ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt für 42 Bewohner*innen mit Coworking Space, einer Beratungsstelle sowie Kreativwerkstätten im Erdgeschoss

KOLLE ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Frankfurt-Griesheim mit 16 Wohnungen, Veranstaltungsräumen, Co-Working, Werkstätten und einer Beratungsstelle auf einem städtischen Erbpachtgrundstück.

Der fünfgeschossige Baukörper wurde auf einer Brache zwischen einer Wohnbebauung der 50er-Jahre und der A5 errichtet. Die Vorderhäuser werden vom Neubau gegen den Lärm der Autobahn abgeschirmt; um Belichtung und Besonnung für den Bestand zu erhalten, reduziert ein Einschnitt im Süden das zulässige Gebäudevolumen.

Die Zufahrt erfolgt im Norden über einen Stichweg. Lastenräder und Car-Sharing reduzieren die Anzahl an PKW-Stellplätzen. Im Südwesten wird ein nicht bebaubarer Grundstücksteil zu einem Pocket Park aufgewertet, über den die fußläufige Erschließung erfolgt.

Das abgesenkte Erdgeschoss richtet sich mit barrierefreien Miet- und Nutzungsangeboten auch an die Quartiers- und Stadtgesellschaft. Es gibt Werkstätten, Räume für Sozial-Beratung, Co-Working sowie einen Veranstaltungsraum.

In den Obergeschossen liegen die Wohnungen und privaten Räume der Hausgemeinschaft. Eine differenzierte Höhenstaffelung schafft vielfältige, gemeinschaftliche Außenräume auf allen Ebenen – Außenküche, städtischer Garten oder Dachterrasse mit Blick auf Skyline und Taunus. Durch die Erweiterung des Wohnens über die eigene Wohneinheit hinaus, konnte der Wohnflächenverbrauch je Person auf 32 m² reduziert werden. Dabei könne die Wohneinheiten untereinander zu größeren Wohngemeinschaften verschaltet und auch wieder getrennt werden; die Struktur flexibilisiert so Lebensentwürfe und -konstellationen.

Aufgrund der hohen Schallschutzanforderungen konnte das Gebäude nur als Massivbau sinnvoll errichtet werden. Tragende Bauteile aus Stahlbeton und nichttragende aus Kalksandstein bleiben in Ihrer Materialität erfahrbar – auf Bekleidungen wie Putz oder Trockenbau wurde zugunsten niedrigerer Baukosten nahezu vollständig verzichtet; lediglich in den privaten Rückzugsräumen wurden die KS-Wände verputzt. Für den Bodenbelag wurden günstige Kautschuk-Restposten erworben. Während die Gemeinschaftsflächen durch eine intensivere Farbigkeit ablesbar werden, sind die Wohnungen in dezenten Tönen differenziert nach Etage und Gebäudeteil gehalten, um eine intuitive Orientierung im Gebäude zu erleichtern.

Geheizt wird das Gebäude über eine Wärmepumpe mit einem Gas-Brennwert-Spitzenlastkessel und Pufferspeicher. Den Strom liefert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

KOLLE wurde im Mietshäusersyndikat mit dem Ziel entwickelt, gesichert günstigen Mietwohnungsraum zu schaffen, der der Immobilienspekulation enthoben bleibt. Die 16 Wohneinheiten verfügen über 60 % geförderte und 40 % frei finanzierte Wohnplätze zu Mieten von 10,30 € bzw. 14,90 €/m² (Stand 2026) – dies zu einer Zeit, in der Genossenschaften ihre Neubau-Tätigkeit in Frankfurt weitgehend eingestellt haben, da es selbst ihnen kaum mehr gelingt, im Quadratmeter-Mieten von unter 20 € zu erreichen.

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